Social Media Economy Days 2011 in München: Kein Obama ohne Social Media?

Einen Tag nicht im Office, stattdessen auf den Social Media Economy Days 2011 in München. Für alle die nicht dabei waren, hier ein paar Eindrücke.

Den Einstieg in die zweitägige Konferenz rund um Social Media machte Julius van der Laar mit einer sehr interessanten Key Note zum Thema „Kommunikation 2.0: Vom Klick zur Aktion“. Er schilderte eindrucksvoll den Einsatz von Social Media Maßnahmen in der Politik. Van der Laar war damals aktiv an der Kampagnenplanung für den Wahlkampf des US-Präsidenten Barack Obama beteiligt. Durch den Einsatz von Social Media Plattformen wie z.B. YouTube konnte die Bekanntheit des Kandidaten von gerade einmal etwa fünf Prozent soweit gesteigert werden, dass er schließlich zum Präsidenten gewählt wurde. Van der Laar ging zwar nicht so weit zu sagen, dass Social Media den Wahlkampf für Obama entschieden hat, jedoch wäre laut ihm ein Sieg Obamas ohne Social Media unmöglich gewesen. Wenn’s stimmt, dann ist das sicherlich eine beeindruckende Demonstration der Einflussmöglichkeiten über Social Media!

Bei einer Veranstaltung rund um das Thema Social Media durften natürlich die beiden Social Media Schwergewichte Facebook sowie Google, mit ihrer neuen Plattform Google+, nicht fehlen.
Der Commercial Director von Facebook Germany, Scott Woods, stellte in diesem Rahmen die aktuelle Entwicklung von Facebook vor und gab einen kleinen Ausblick auf Neuerungen. Zentrales Thema war, wie nicht anders erwartet, die Timeline. Auf viele Fragen aus den Zuschauerrängen, wann die Timeline denn nun live ginge, antwortete Woods leider nur „sehr bald“.
Stefan Tweraser, Country Director von Google Germany, fokussierte seine Keynote vor allem auf die Features Ripples und Hangouts. Mit Ripples bietet Google+ ein Reporting Tool, mit dem man nachverfolgen kann, wer welche Informationen mit wem geteilt hat. Die Hangouts demonstrierte er lebendig und sehr unterhaltsam an einer Videokonferenz zwischen dem Dalai Lama und dem Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu aus Südafrika. Der Dalai Lama konnte aus politischen Gründen nicht für ein persönliches Treffen nach Südafrika einreisen. Mit Hilfe der Videofunktion Hangout von Google+ war ein Meeting nicht nur möglich, sondern konnte mit allen, die es wollten, geteilt werden.
Tweraser betonte auch, dass es sich bei Google+ nicht um ein soziales Netzwerk handele und somit neben Facebook sehr gut bestehen könne. Wir sind gespannt, wie es mit der Entwicklung von Google+ weitergeht. Viele interessierte Fragen im Anschluss an die Keynote gab es in jedem Fall schon einmal. Die Frage nach der Möglichkeit Ads bei Google+ zu schalten, verneinte Tweraser. Dies sei im Moment nicht geplant.

Andreas H. Bock, Leiter Social Media Vertrieb und Service Internet von der Telekom Deutschland GmbH, schilderte die Herausforderung, die entsteht, wenn plötzlich viele Endverbraucher auf der Firmen Facebook Seite ihre negativen Erfahrungen teilen. Hier ist ein professioneller Umgang mit Social Media gefragt. Negative Einträge einfach zu löschen oder die Seite offline zu schalten, wäre sicherlich keine professionelle Lösung.
Das Aufsetzen von Facebook Ads demonstrierten Max Höpner, Head of Media Innovations bei der Blue Summit Media GmbH, und Curt Simon Harlinghausen, Geschäftsführer von AKOM360, live in der Facebook Ads Maske und gingen hier ausführlich auf die unterschiedlichen Targeting Kriterien ein. Auch stellten sie die Möglichkeit vor, das gesamte Facebook Inventar exklusiv zu buchen.

Die abschließende Diskussionsrunde mit Größen wie René Schuster, CEO, Telefónica Germany, Dorothee Ritz, General Manager Advertising & Online Deutschland, Microsoft Deutschland GmbH, Scott Woods oder Stefan Tweraser rundete den ersten Tag der Veranstaltung sehr gut ab. Es wurde deutlich, dass es sehr unterschiedliche Ansätze für die Planung und Umsetzung von Social Media Kampagnen gibt. MINI plant den Einsatz von Social Media Maßnahmen beispielsweise sehr gewissenhaft und genau durch die verschiedenen Phasen hindurch. Mobile.de verfolgt eher die Strategie „man sollte sich entspannen“ und neue Maßnahmen via Facebook & Co ausprobieren und aus Fehlern lernen. Doch in einem sind sich alle einig: Social Media wird weiter an Bedeutung gewinnen, die User haben immer mehr zu sagen und die Unternehmen sollten darauf vorbereitet sein.

Alles in allem stellte der erste Tag der Social Media Economy Days 2011 eine sehr gelungene Veranstaltung dar. Sie boten dem Zuschauer eine gute Mischung aus praktischen Beispielen von Unternehmensseite, spannenden Diskussionsrunden sowie Einblicke in die Social Media Plattformen Facebook und Google+.

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